Portfolio für den Umgang mit Muttermilch auf der neonatologischen Intensivstation

Medela unterstützt neonatologische Intensivstationen mit einem umfassenden Portfolio logistischer Lösungen. Diese bieten Unterstützung bei der logistischen Standardisierung und Optimierung, damit eine ausreichende Versorgung der Frühgeborenen mit Muttermilch – ohne Qualitäts- und Quantitätseinbußen – sichergestellt ist.

Die folgende Grafik zeigt den Weg der Muttermilch durch die neonatologische Intensivstation. Das Portfolio von Medela bietet zu jedem einzelnen Schritt hilfreiche Lösungen für den Umgang mit Muttermilch.

Logistik Muttermilch NICU

Abpumpen von Muttermilch

Wenn der Säugling nicht an die Brust angelegt werden oder effektiv die Brust entleeren kann, benötigt die Mutter Hilfe bei der Initiierung, dem Aufbau und der Aufrechterhaltung einer ausreichenden Milchproduktion. Die körperlichen und seelischen Herausforderungen bei der Trennung von Mutter und Säugling können – zusätzlich zur mangelnden Stimulation der Brust – den Beginn des Stillens erschweren und die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen erhöhen. Das Ergebnis: Viele Mütter von Frühgeborenen stillen zu Beginn nicht, sondern pumpen Milch ab, um die Laktation zu initiieren, aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Das Abpumpen von Milch kann Mütter von Frühgeborenen jedoch vor große Herausforderungen stellen.

Wenn sich die Initiierung der Laktation verzögert und die Mutter nicht gleich von Beginn an beständig Milch abpumpt, ist es schwierig, eine ausreichende langfristige Milchproduktion sicherzustellen. Deshalb sind der Zugang zur richtigen Ausrüstung und eine frühzeitige Unterstützung unabdingbar. Wissen Mütter über die schützenden Eigenschaften ihrer Milch Bescheid, motiviert sie dies während der belastenden Zeit, in der ihr Säugling auf der neonatologischen Intensivstation behandelt wird, ihre Laktation aufrechtzuerhalten. Wichtig ist die Erkenntnis, dass die Mutter ihre Laktation initiieren, aufbauen und aufrechterhalten muss, um die Entwicklung der Muttermilchproduktion zu fördern. Daher muss unbedingt eine realistische Erwartungshaltung geschaffen werden, indem die Mutter darüber informiert wird, dass sich ihre Milchproduktion im Laufe der Zeit erhöhen wird. Die folgenden Maßnahmen sind sehr wichtig für die Fähigkeit der Mutter, im Laufe der Wochen ausreichende Milchmengen zu produzieren:

  • Den Müttern sollte gezeigt werden, wie sie eine manuelle Brustmassage durchführen können
  • Frühzeitiges Abpumpen – Ein Abpumpen in der ersten Stunde nach der Geburt ergibt eine höhere Milchmenge als ein Abpumpen in den ersten sechs Stunden und es steigert die Milchproduktion in den darauffolgenden Wochen
  •  Initiierung der Laktation mit der speziell entwickelten, forschungsbasierten Initiierungstechnologie Symphony PLUS 
  • Häufiges Abpumpen: Mütter, die auf das Abpumpen von Muttermilch angewiesen sind und dies mehr als sechsmal täglich tun, bilden mehr Milch als Mütter, die weniger häufig abpumpen. Behältergrößen, die der von der Mutter abgepumpten Milchmenge entsprechen, sorgen für eine realistische Erwartungshaltung in den ersten Tagen
  • Beidseitiges Abpumpen: erhöht die Milchproduktion so wie ein Abpumpen am Bett direkt nach oder gar während des Hautkontakts

Maximierung der Milchmenge: Die Milchpumpe Symphony

Oftmals beginnt der Weg der Muttermilch im Krankenhaus mit der Milchpumpe Symphony und ihrer Programmkarte-Symphony PLUS mit den Programmen INITIAL und ERHALT. Milchpumpen für den Krankenhausgebrauch werden unter anderem zur Maximierung der Milchproduktion eingesetzt. Weiterhin soll mit Milchpumpen sichergestellt werden, dass die Mutter ausreichend Milch produziert, um den Säugling auch nach dem Krankenhausaufenthalt zu ernähren.

Die Milchpumpe Symphony mit ihren technischen Eigenschaften und ihrem Zubehör ist das perfekte Hilfsmittel, um Mütter und ihre individuellen Bedürfnisse bei der Milchproduktion zu unterstützen.

Unterstützung während der ersten Tage der Laktation: Die Initiierungstechnologie von Medela

Logo Initiation Technologie

Das spezielle Abpumpprogramm INITIAL unterstützt bei der Initiierung der Laktation. Die wichtigste Funktion dieses Programmes ist die Variation des Pumpmusters im Verlaufe eines 15-minütigen Abpumpvorgangs einschließlich Pausen. Das unregelmäßige Saugmuster soll das Saugverhalten eines termingeborenen Säuglings in den ersten Tagen nach der Geburt vor der sekretorischen Aktivierung („Milcheinschuss“) nachahmen. Das Programm INITIAL sollte deshalb solange eingesetzt werden, bis die Mutter an drei aufeinanderfolgenden Pumpvorgängen mindestens 20 ml abpumpt hat. Dann kann sie mit dem Programm ERHALT weitermachen, das nach der sekretorischen Aktivierung effizient die Brust entleeren soll.

Untersuchungen haben gezeigt, dass

  • das Programm INITIAL bei Müttern von frühgeborenen und von termingeborenen Säuglingen wirksam ist; Mütter, die das Programm INITIAL und danach das Programm ERHALT verwenden, in den ersten beiden Wochen wesentlich mehr Milch produzieren;
  • Mütter, die auf das Abpumpen von Muttermilch angewiesen sind, genug Milch abpumpen, um ihren Säugling ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren.

Imitiert die Natur für eine optimale Milchproduktion: Das ERHALT-Programm mit der 2-Phase Expression Technologie

Am Anfang einer Stillmahlzeit (vor dem Milchfluss) saugen Säuglinge mit hoher Frequenz. Dieses Saugmuster verlangsamt sich, sobald der Milchfluss einsetzt. Das ERHALT-Programm imitiert diese beiden Phasen. Bei der Milchpumpe Symphony beginnt die forschungsbasierte 2-Phase Expression Technologie mit der Stimulationsphase mit einer höheren Frequenz von 120 Zyklen pro Minute, um den Milchspendereflex auszulösen. Sobald der Milchfluss beginnt, kann die Mutter auf die Abpumpphase mit ca. 60 Zyklen pro Minute umstellen, um auf effiziente und angenehme Weise ihre Brust zu entleeren. Es ist wichtig, dass die Mutter von der Stimulations- auf die Abpumpphase umstellt, sobald die Milch fließt, und dass sie das Vakuum in der Abpumpphase so hoch wie möglich einstellt, ohne dass es sich für sie unangenehm anfühlt. Wenn die Milchpumpe Symphony wie oben beschrieben eingesetzt wird, dann

  • ist sie angenehm
  • ist sie effizient
  • fühlt sie sich wie das Baby an
  • pumpt sie mehr Milch in kürzerer Zeit ab
  • hilft sie bei der Aufrechterhaltung der Laktation

Beidseitiges Abpumpen

Die Milchpumpe Symphony eignet sich für beidseitiges Abpumpen. Natürlich spart das gleichzeitige, simultane Abpumpen Zeit, aber die Forschung hat auch gezeigt, dass Mütter 18 Prozent mehr Milch abpumpen können, wenn sie mit der 2-Phase Expression Technologie beidseitig anstatt einseitig abpumpen. Zusätzlich wurde festgestellt, dass beidseitiges Abpumpen die Brüste besser entleert, da eine zusätzliche Milchabgabe stimuliert wird. Außerdem hat die abgepumpte Milch einen höheren Energiegehalt.

Muttermilch auffangen

Nach dem Abpumpen muss die Muttermilch aufbewahrt werden. Dabei besteht das Risiko eines Nährstoffverlustes und der Verunreinigung der Milch. Bewährte Praktiken im Umgang mit Muttermilch sind daher unabdingbar.

Für mehr Effizienz müssen die zum Teil komplexen und zeitaufwendigen Verfahren, die beim Umgang mit Muttermilch erforderlich sind, optimiert werden. Standardisierte Verfahren können helfen, Folgendes zu minimieren:

  • Milchverluste durch unnötiges Umfüllen zwischen Behältern
  • Verlust der Qualität oder Integrität der Inhaltsstoffe der Milch
  • Verunreinigung der Milch
  • Verwechslungsgefahr zwischen Patienten

Anpassungsfähig für alle Bedürfnisse und Verfahren: Pumpsets und Flaschen von Medela

Medela bietet ein ganzheitliches Produktportfolio für jede Situation.  Pumpsets und Flaschen von Medela gibt es als Mehrweg- und Einweg-Produkte. Für Krankenhäuser, die Sterilisations- bzw. Desinfektionsverfahren verwenden, sind die von Medela für den Gebrauch durch mehrere Mütter entwickelten Mehrweg-Produkte autoklavierbar. Die Einweg-Verbrauchsartikel von Medela wurden als hygienische Lösung entwickelt, bei der die Notwendigkeit zur Desinfektion oder Sterilisation im Krankenhaus entfällt.

Das Einweg-Portfolio von Medela umfasst Ready-to-Use und sterile EO-Produkte. Diese sind für den Einmal- oder Eintages-Gebrauch in Krankenhäusern vorgesehen, ohne dass vor der ersten Verwendung eine Reinigung nötig ist.

Alle Produkte von Medela, die mit Muttermilch in Berührung kommen, bestehen aus lebensmittelkonformen Materialien und sind BPA-frei.

Brusthauben und Flaschen in verschiedenen Größen

Besondere Bedeutung beim Abpumpen kommt der  richtig sitzenden Brusthaube für die Mutter zu. Eine falsche Größe kann zu mangelhaftem Komfort, Reibung und sogar zu einer Einschränkung des Milchflusses führen. Daher sind die Brusthauben von Medela in verschiedenen Größen erhältlich.

Die Milchflaschen von Medela sind mit kleinen, aber präzisen Volumenskalen versehen, damit die abgepumpte Milchmenge einfach und genau kontrolliert und erfasst werden kann. Sie sind in verschiedenen Größen von 35 bis 250 ml erhältlich. Sofern möglich, sollte die Milch in einem Behälter der passenden Größe aufbewahrt werden. Dabei kann es sich um die Größe handeln, die der von der Mutter abgepumpten Menge entspricht oder der Menge, die dem Säugling pro Tag oder gar pro Mahlzeit verabreicht wird. In jedem Fall sollten die Prozesse darauf abzielen, möglichst wenig Milch umfüllen zu müssen. Auf diese Weise werden Hygienerisiken und Milchverluste reduziert sowie Zeit, Lagerraum und Material eingespart.

Bei der Entwicklung des Einweg-Kolostrumbehälters von Medela wurden die Bedürfnisse des Krankenhauspersonals und der Mütter bedacht. Der gewölbte Boden soll den Verlust von Kolostrum oder Muttermilch beim Aufziehen mit einer Spritze minimieren. Über die kleine Größe des 35-ml-Behälters wird sichergestellt, dass Mütter beim Abpumpen motiviert bleiben, indem ihre Erwartungshaltung hinsichtlich der anfänglichen Milchproduktion relativiert wird.

Beschriften und Nachverfolgen der Behälter

Es ist ausgesprochen wichtig, spezielle Protokolle zu verwenden, um Fehler beim Verabreichen zu minimieren. Wird die abgepumpte Muttermilch auf der neonatologischen Intensivstation nicht dem richtigen Säugling verabreicht, hat dies möglicherweise Konsequenzen für den Säugling. Außerdem können solche Fehler zu starkem Stress bei der Mutter führen. Es ist daher entscheidend, die Milchproduktion der Mutter zu überwachen und die abgepumpte Milch nachzuverfolgen.

Nachverfolgung, Transport und Erwärmen von Muttermilch

Das Abpumpprotokoll

Abpumpprotokoll

Das Abpumpprotokoll eignet sich speziell für Mütter, die auf das Abpumpen von Muttermilch angewiesen sind. Es hilft dabei, die Abpumpmenge richtig einzuschätzen, erläutert die Vorteile der Versorgung mit Muttermilch und bietet Ratschläge und Tipps. Außerdem unterstützt das Abpumpprotokoll das Krankenhauspersonal dabei, etwaige Schwierigkeiten bei der Milchproduktion rechtzeitig zu erkennen und zu lösen, bevor sie sich zu ernsten Problemen entwickeln.

Vorgedruckte Etiketten

Nach dem Abpumpen ist das sichere Aufbewahren der Milch auf der neonatologischen Intensivstation entscheidend, um sicherzustellen, dass der Säugling optimal ernährt wird. Dazu zählt die richtige Beschriftung, um die Verwechslung von Milch zu verhindern. Die vorgedruckten Etiketten von Medela helfen bei der Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit.

Dazu müssen auf den Medela Etiketten folgende Daten eingetragen werden:

  • Name des Säuglings
  • Abpumpdatum
  • Zeitpunkt des Abpumpens
  • Milchmenge

Diese einfachen Informationen gewährleisten, dass der Säugling die Milch seiner Mutter erhält. Außerdem ist es möglicherweise schwierig, die in einem Behälter enthaltene Milchmenge einzuschätzen, wenn diese in einem nicht aufrecht gelagerten Behälter eingefroren wurde.

Eigene Lagerplätze in Kühl- und Gefrierschränken ausschließlich für Muttermilch sowie individuell beschriftete Tabletts sorgen zusätzlich für Übersichtlichkeit und helfen, Verwechslungen oder Irrtümer zu vermeiden.

Aufrechterhaltung der Kühlkette

Für Mütter, die zuhause abpumpen, während ihr Säugling noch auf der neonatologischen Intensivstation liegt, gibt es einige wichtige Schritte zu beachten, um die Qualität der Milch zu gewährleisten:

  • Die Milch muss direkt nach dem Abpumpen gekühlt werden
  • Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden
  • Ob die Milch eingefroren oder nur gekühlt wird, hängt von Kriterien wie der Entfernung zwischen Wohnort und Krankenhaus, der bereits auf der neonatologischen Intensivstation aufbewahrten Milch der Mutter und den Krankenhausrichtlinien ab.

Kühltasche

Der Transport von Muttermilch zur neonatologischen Intensivstation stellt unter Umständen die größte Herausforderung bei der Aufrechterhaltung der Kühlkette dar. Die Milchflaschen müssen bei gleichbleibender Temperatur sicher transportiert werden. Zu diesem Zweck hat Medela die Kühltasche entwickelt. Durch das speziell entwickelte Isoliermaterial der Tasche und das vorgekühlte Kühlelement bewahren die notwendige Temperatur, um die Milch kalt oder gefroren zu halten.

Aufbewahrung von Muttermilch

Einfrieren auf der neonatologischen Intensivstation ist unvermeidbar, auch wenn es die Integrität der Inhaltsstoffe der Muttermilch verändert. Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt die meisten dieser Veränderungen als harmlos erachtet werden, verliert die Milch dennoch etwas an Qualität im Vergleich zu frischer Muttermilch. Zum Beispiel nehmen termingeborene Säuglinge über die Milch ihrer Mutter jeden Tag Millionen lebender Zellen auf. Leider überleben diese Zellen den Einfriervorgang nicht.

Es müssen Richtlinien für das Kühlen und Einfrieren von Muttermilch festgelegt werden, um sicherzustellen, dass möglichst wenig Nährstoffe, Wachstumsfaktoren und andere schützende Inhaltsstoffe der Milch verloren gehen.

Richtlinien zur Aufbewahrung von Muttermilch auf der neonatologischen Intensivstation

Die Richtlinien für die Aufbewahrung und das Auftauen von Milch unterscheiden sich abhängig vom Umfeld (zuhause, Entbindungsstation oder neonatologische Intensivstation) und vom Zustand des Säuglings (neonatologische Intensivstation, hohe Risiken, gesunder termingeborener Säugling oder älteres Kind). In jedem Fall sollte die Milch möglichst kurz aufbewahrt werden, insbesondere auf der neonatologischen Intensivstation.

 

Die folgenden Empfehlungen sind forschungsbasiert und beziehen sich auf die Abläufe bzw. Wege der Muttermilch auf der neonatologischen Intensivstation:

Aufbewahrung Muttermilch NICU

Muttermilch ist eine „lebende“ und „dynamische“ Flüssigkeit mit einigen einzigartigen Eigenschaften, die Einfluss auf Handhabung und Aufbewahrung der Milch haben können. Eine Eigenschaft zeigt sich schnell nach dem Abpumpen: Das Milchfett steigt nach oben und bildet in der Regel eine Schicht auf der Oberfläche der Milch im Auffangbehälter. Wenn essenzielle Inhaltsstoffe wie Fett nicht gut in der Milch vermischt sind, kkann es beim Aufteilen und Umfüllen der Milch zwischen verschiedenen Behältern zu unterschiedlichen Nährstoffgehalten in den einzelnen Behältern führen. Um die Einheitlichkeit des Nährstoffgehalts der verschiedenen Portionen zu maximieren, sollten folgende Maßnahmen in Betracht gezogen werden:

  • Die Milch sollte vorsichtig geschwenkt werden, um die Inhaltsstoffe vor dem nächsten Schritt zu durchmischen
  • Da Fett der variabelste Inhaltsstoff der Muttermilch ist, kann eine Zusammenführung mehrerer abgepumpter Milchportionen für den Tagesbedarf zu einem einheitlicheren Nährstoffgehalt führen
  • Um Mengen- und Qualitätsverluste zu vermeiden, sollte das Umfüllen von Milch auf ein Minimum beschränkt werden

Jedes Umfüllen von Milch kann zu Verlusten führen, was insbesondere bei kleinen Mengen, wie z. B. bei Kolostrum, starke Auswirkungen haben kann. Bei Säuglingen, die in den ersten Tagen nach der Geburt noch nicht mit Muttermilch versorgt werden, sollte das Kolostrum aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften mit Sorgfalt behandelt und verwendet werden.

Die Milchmenge im Behälter vor dem Einfrieren aufzuzeichnen hilft bei späteren Schritten im Umgang mit der Milch. Dazu gehört die Entscheidung, welche Milch verabreicht werden soll, die Berechnung der erforderlichen Menge an Zusätzen und die Überprüfung, ob im Behälter genug Platz für diese Zusätze ist. Die folgenden Schritte können die Häufigkeit des Umfüllens zwischen verschiedenen Behältern verringern:

  • Angabe der Milchmenge auf dem Behälteretikett vor dem Einfrieren
  • Keine übermäßige Befüllung des Behälters, damit sich die Milch beim Einfrieren ausdehnen kann und Zusätze, insbesondere flüssige, hinzugefügt werden können
  • Einhalten der Richtlinien des Herstellers beim Hinzufügen von Zusätzen: In manchen Fällen muss der Zusatz bei einer bestimmten Temperatur oder zu einem festgelegten Zeitpunkt vor dem Verabreichen hinzugefügt werden

Die abgepumpte Milch sollte in der Reihenfolge beschriftet werden, in der sie abgepumpt wurde. In der Regel ist die folgende Verabreichungsreihenfolge für Säuglinge vorgesehen:

  • Kolostrum so früh wie möglich nach der Geburt
  • Frische Milch wird eingefrorener Milch vorgezogen
  • Eingefrorene Milch aus den ersten Wochen wird eingefrorener Milch aus einer späteren Laktationsphase vorgezogen

Erwärmen der Muttermilch

Schonendes Erwärmen ist von zentraler Bedeutung, um die wichtigen lebenden, bioaktiven und wesentlichen Inhaltsstoffe intakt zu halten, damit sich aufbewahrte Muttermilch so wenig wie möglich von frischer Milch unterscheidet.

Die Temperatur hat nicht nur eine signifikante Auswirkung auf die sensiblen Inhaltsstoffe der Muttermilch, sondern auch auf das empfindliche Frühgeborene. Es hat nur sehr wenig Körperfett, eine dünne Haut und unterentwickelte Thermorezeptoren bzw. Schweißdrüsen, was eine ineffiziente Thermoregulation zur Folge hat. Diese Säuglinge können weder spüren, ob Milch zu heiß oder zu kalt ist, noch können sie angemessen auf Temperaturveränderungen reagieren. Es gibt Theorien, die besagen, dass die Milchtemperatur die Körpertemperatur des Säuglings beeinflussen kann. Auf vielen neonatologischen Intensivstationen wird daher das Erwärmen der Milch als wichtiger Schritt bei der Versorgung gesehen.

Schonendes Auftauen und Erwärmen der Muttermilch: Calesca

Calesca ist ein Gerät zum wasserlosen Aufwärmen/Auftauen von Muttermilch, das speziell für die individuelle Pflege auf der neonatologischen Intensivstation entwickelt wurde und

dabei unterstützt, die Versorgung mit Muttermilch zu optimieren und standardisieren. Mit Calesca soll die Integrität der Muttermilch gewahrt werden, indem sie auf Körpertemperatur erwärmt und keiner starken Hitze ausgesetzt wird. Dank seiner Benutzerfreundlichkeit können Eltern das Gerät bedienen, sodass die Familie in die Pflege eingebunden werden kann und flexible Zubereitungszeiten unterstützt werden. Mit Calesca kann Milch mit drei verschiedenen Anfangstemperaturen erwärmt werden: Raum-, Kühlschrank- oder Tiefkühltemperatur.

Um die Flexibilität bei der Handhabung der Muttermilch zu wahren, hält Calesca die Milch nach Abschluss des Aufwärmvorgangs bis zu 30 Minuten lang warm.

Füttern von Muttermilch

Das vorrangige Ziel bei nicht gestillten Säuglingen besteht darin, ihnen die Vorzüge der Muttermilch möglichst uneingeschränkt zugänglich zu machen. Dadurch wird die Fähigkeit zur oralen Nahrungsaufnahme gefördert, damit die Säuglinge nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ausschließlich durch Stillen ernährt werden können. Vor dem Hintergrund des Stillens als Hauptziel muss die richtige Methode der oralen Nahrungsaufnahme gewählt werden. Auf neonatologischen Intensivstationen wächst das Bewusstsein für die Entwicklung der Nahrungsaufnahme, damit Mutter und Kind bestmöglich vom Stillen profitieren können.

Medela unterstützt neonatologische Intensivstationen mit einem umfassenden Portfolio an Lösungen für die orale Nahrungsaufnahme, die auf die verschiedenen Herausforderungen und Entwicklungsstadien von Frühgeborenen im Krankenhaus zugeschnitten sind und das direkte Stillen fördern.

Literaturhinweise

Lau, C. Effects of stress on lactation. Pediatr Clin North Am 48, 221-234 (2001).

Chatterton, R.T., Jr. et al. Relation of plasma oxytocin and prolactin concentrations to milk production in mothers of preterm infants: Influence of stress. J Clin Endocrinol Metab 85, 3661-3668 (2000).

Meier, P.P. & Engstrom, J.L. Evidence-based practices to promote exclusive feeding of human milk in very low-birthweight infants. NeoReviews 18, c467-c477 (2007).

Dewey, K.G. Maternal and fetal stress are associated with impaired lactogenesis in humans. J Nutr 131, 3012S-3015S (2001).

Newton, M. & Newton, N. The let-down r eflex in human lactation. J Pediatr 33, 698-704 (1948).

Morton, J., Hall, J.Y., Wong, R.J., Benitz, W.E., & Rhine,W.D. Combining hand techniques with electric pumping increases milk production in mothers of preterm infants. J Perinatol 29, 757-764 (2009).

Jones, E., Dimmock, P.W., & Spencer, S.A. A randomised controlled trial to compare methods of milk expression after preterm delivery. Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed 85, F91-F95 (2001).

Morton,J. et al. Combining hand techniques with electric pumping increases the caloric content of milk in mothers of preterm infants. J Perinatol 32, 791-796 (2012).

Hill, P.D., Aldag, J.C., & Chatterton, R.T. Initiation and frequency of pumping and milk production in mothers of non-nursing preterm infants. J Hum Lact 17, 9-13 (2001).

Hopkinson, J., Schanler, R., & Garza, C. Milk production by mothers of premature infants. Pediatrics 81, 815-820 (1988).

Furman, L., Minich, N., & Hack, M. Correlates of lactation in mothers of very low birth weight infants. Pediatrics 109, e57 (2002).

Parker, L.A., Sullivan, S., Krueger, C., & Mueller, M. Association of timing of initiation of breastmilk expression on milk volume and timing of lactogenesis stage II among mothers of very low-birth-weight infants. Breastfeed Med (2015).

Meier, P.P., Engstrom, J.L., Janes, J.E., Jegier, B.J., & Loera, F. Breast pump suction patterns that mimic the human infant during breastfeeding: Greater milk output in less time spent pumping for breast pumpdependent mothers with premature infants. J Perinatol 32, 103-110 (2012).

Hill, P.D., Aldag, J.C., & Chatterton, R.T., Jr. Breastfeeding experience and milk weight in lactating mothers pumping for preterm infants. Birth 26, 233-238 (1999).

Prime, D.K., Garbin, C.P., Hartmann, P.E., & Kent, J.C. Simultaneous breast expression in breastfeeding women is more efficacious than sequential breast expression. Breastfeed Med 7, 442-447 (2012).

Hill, P.D., Aldag, J.C., & Chatterton, R.T. The effect of sequential and simultaneous breast pumping on milk volume and prolactin levels: A pilot study. J Hum Lact 12, 193-199 (1996).

Meier, P.P. Breastfeeding in the special care nursery. Prematures and infants with medical problems. Pediatr Clin North Am. 48, 425-442 (2001).

Bier, J.A. et al. Comparison of skin-to-skin contact with standard contact in low-birth-weight infants who are breast-fed. Arch Pediatr Adolesc Med 150, 1265-1269 (1996).

Charpak, N., Ruiz-Pelaez, J.G., Figueroa de, C.Z., & Charpak, Y. A randomized, controlled trial of kangaroo mother care: Results of follow-up at 1 year of corrected age. Pediatrics 108, 1072-1079 (2001).

Hurst, N.M., Valentine, C.J., Renfro, L., Burns, P., & Ferlic, L. Skin-to-skin holding in the neonatal intensive care unit influences maternal milk volume. J Perinatol 17, 213-217 (1997).

Hill, P.D. & Aldag, J.C. Milk volume on day 4 and income predictive of lactation adequacy at 6 weeks of mothers of nonnursing preterm infants. J Perinat Neonatal Nurs 19, 273-282 (2005).

Wolff,P.H. The serial organization of sucking in the young infant. Pediatrics 42, 943-956 (1968).

Woolridge, M.W. The ‘anatomy’ of infant sucking. Midwifery 2, 164-171 (1986).

Kent, J.C., Ramsay, D.T., Doherty, D., Larsson, M., & Hartmann, P.E. Response of breasts to different stimulation patterns of an electric breast pump. J Hum Lact 19, 179-186 (2003).

Kent, J.C. et al. Importance of vacuum for breastmilk expression. Breastfeed Med 3, 11-19 (2008).

Meier, P.P. et al. A comparison of the efficiency, efficacy, comfort, and convenience of two hospitalgrade electric breast pumps for mothers of very low birthweight infants. Breastfeed Med 3, 141-150 (2008).

Burton, P. et al. Randomized trial comparing the effectiveness of 2 electric breast pumps in the NICU. J Hum Lact 29, 412-419 (2013).

Mitoulas, L., Lai, C.T., Gurrin, L.C., Larsson, M., & Hartmann, P.E. Effect of vacuum profile on breast milk expression using an electric breast pump. J Hum Lact 18, 353-360 (2002).

Mitoulas, L., Lai, C.T., Gurrin, L.C., Larsson, M., & Hartmann, P.E. Efficacy of breast milk expression using an electric breast pump. J Hum Lact 18, 344-352 (2002).

Kent, J.C. et al. Volume and frequency of breastfeeds and fat content of breastmilk throughout the day. Pediatrics 117, e387-e395 (2006).

Prime, D.K., Geddes, D.T., Hepworth, A.R., Trengove, N.J., & Hartmann, P.E. Comparison of the patterns of milk ejection during repeated breast expression sessions in women. Breastfeed Med 6, 183 (2011).

Cossey, V., Jeurissen, A., Thelissen, M.J., Vanhole, C., & Schuermans, A. Expressed breast milk on a neonatal unit: A hazard analysis and critical control points approach. Am J Infect Control 39, 832-838 (2011).

Cossey, V., Johansson, A.B., de, H., V, & Vanhole, C. The use of human milk in the neonatal intensive care unit: practices in Belgium and Luxembourg. Breastfeed Med 7, 302-306 (2012).

Human Milk Banking Association of North America 2011 Best practice for expressing, storing and handling human milk in hospitals, homes, and child care settings (HMBANA, Fort Worth, 2011).

Jones, E. Initiating and establishing lactation in the mother of a preterm infant. Neonatal Nursing 15, 56-59 (2009).

Drenckpohl, D., Bowers, L., & Cooper, H. Use of the six sigma methodology to reduce incidence of breast milk administration errors in the NICU. Neonatal Netw 26, 161-166 (2007).

Dougherty, D. & Nash, A. Bar coding from breast to baby: A comprehensive breast milk management system for the NICU. Neonatal Netw 28, 321-328 (2009).

Hassiotou, F. et al. Breastmilk cell and fat contents respond similarly to removal of breastmilk by the infant. PLoS. One. 8, e78232 (2013).

Lawrence, R. Storage of human milk and the influence of procedures on immunological components of human milk. Acta Paediatr Suppl 88, 14-18 (1999).

Stellwagen, L.M., Vaucher, Y.E., Chan, C.S., Montminy, T.D., & Kim, J.H. Pooling expressed breastmilk to provide a consistent feeding composition for premature infants. Breast Med 8, 205-209 (2013).

Mathur, N.B., Dwarkadas, A.M., Sharma, V.K., Saha, K., & Jain, N. Anti-infective factors in preterm human colostrum. Acta Paediatr Scand 79, 1039-1044 (1990).

Rodriguez, N.A. et al. A pilot study to determine the safety and feasibility of oropharyngeal administration of own mother’s colostrum to extremely low-birthweight infants. Adv Neonatal Care 10, 206-212(2010).

Narayanan, I., Prakash, K., Verma, R.K., & Gujral, V.V. Administration of colostrum for the prevention of infection in the low birth weight infant in a developing country. J Trop Pediatr 29, 197-200 (1983).

Hanna, N. et al. Effect of storage on breast milk antioxidant activity. Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed 89, 518-520 (2004).

Anderson, G.H., Atkinson, S.A., & Bryan, M.H. Energy and macronutrient content of human milk during early lactation from mothers giving birth prematurely and at term. Am. J. Clin. Nutr. 34, 258-265 (1981).

Eckburg,J.J., Bell,E.F., Rios,G.R., & Wilmoth,P.K. Effects of formula temperature on postprandial thermogenesis and body temperature of premature infants. J Pediatr 111, 588-592 (1987).

Gonzales, I., Durvea, E.J., Vasquez, E., & Geraghty, N. Effect of enteral feeding temperature on feeding tolerance in preterm infants. Neonatal Netw 14, 39-43 (1995).

Knobel, R. & Holditch-Davis, D. Thermoregulation and heat loss prevention after birth and during neonatal intensive-care unit stabilisation of extremely low-birthweight infants. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs 36, 280-287 (2007).

Meier, P. Bottle- and breast-feeding: Effects on transcutaneous oxygen pressure and temperature in preterm infants. Nurs Res 37, 36-41 (1998).

Nilsson, K. Maintenance and monitoring of body temperature in infants and children. Paediatr Anaesth 1, 13-20 (1991).

Beauchamp, G.K. & Mennella, J.A. Early flavor learning and its impact on later feeding behavior. J Pediatr Gastroenterol Nutr 48, S25-S30 (2009).

Cruz, A. & Green, B.G. Thermal stimulation of taste. Nature 403, 889-892 (2000).

Meier, P.P., Engstrom, J.L., Patel, J.L., Jegier, B.J., & Bruns, N.E. Improving the use of human milk during and after the NICU stay. Clin Perinatol 37, 217-245 (2010).