Milchproduktion: zu wenig oder zu viel Milch

Viele Mütter machen sich insbesondere beim ersten Kind Sorgen, dass sie zu viel oder zu wenig Milch haben könnten. In den ersten Wochen produzieren die meisten Mütter mehr Milch, als ihre Babys brauchen. Aber auch wenn sich Ihre Brüste nicht voll anfühlen, muss das kein Zeichen für eine geringe Milchproduktion sein.
Genug Milch?

Erhält mein Baby genug Milch?

Stillexperten haben folgende Liste mit Anzeichen dafür zusammengestellt, dass Ihr Baby genug Milch erhält:

  • Ihr Baby hat in den ersten Tagen, während es die Vormilch erhält, ein oder zwei nasse Windeln.
  • Ihr Baby hat nach dem dritten oder vierten Tag, wenn die Muttermilch zu fließen beginnt, sechs bis acht nasse Stoffwindeln (oder fünf bis sechs nasse Einwegwindeln) pro Tag (24 Stunden).
  • Ihr Baby hat in den ersten Monaten alle 24 Stunden mindestens zwei bis fünf Mal Stuhlgang, wobei der Stuhlgang bei einigen Babys nach etwa sechs Wochen weniger häufig, aber dafür größer ausfällt.
  • Ihr Baby trinkt regelmäßig, mit durchschnittlich mindestens sechs bis zehn Mahlzeiten pro 24 Stunden.
  • Während des Stillens sind die Schluckgeräusche Ihres Babys hörbar.
  • Nach dem Einsetzen der Milchproduktion (etwa am 3. Tag nach der Geburt) sollte das Baby nicht weiter abnehmen, sondern anfangen wieder an Gewicht zuzunehmen:
    - Am 10. bis 14. Lebenstag sollte es sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben.
    - Nach 3 Wochen muss es sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben.
    - In den ersten 2 Monaten nimmt es normalerweise 170 bis 330 g pro Woche zu.
    - Im 3. bis 4. Monat 110 bis 330 g pro Woche.
    - Im 5. bis 6. Monat 70 bis 140 g pro Woche.
    - Im 7. bis 12. Monat 40 bis 110 g pro Woche.
    Liegt bei Ihrem Kind die Gewichtszunahme unter diesen Werten, sollten Sie eine Stillberaterin IBCLC für eine Stillberatung aufsuchen.
  • Ihr Baby ist munter und aktiv, macht einen gesunden Eindruck, hat eine gesunde Farbe und straffe Haut und wächst in der Länge und im Kopfumfang.
Zu wenig Milch

Habe ich zu wenig Muttermilch?

Wenn Sie tatsächlich der Ansicht sein sollten, dass Sie zu wenig Milch produzieren, wenden Sie sich an Ihre Stillberaterin oder Ihren Arzt.

Mit den folgenden Tipps können Sie Ihre Milchmenge möglicherweise steigern:

  • Die Milchbildung wird von Angebot und Nachfrage bestimmt: Je mehr Milch aus der Brust entnommen wird, desto mehr wird bis zur individuellen Kapazitätsgrenze der Mutter produziert.
  • Stillen Sie häufiger. Versuchen Sie, tagsüber alle zwei Stunden und nachts alle drei Stunden zu stillen.
  • Nur wenn das Baby gut positioniert und richtig angelegt ist, kann es die Brust entsprechend stimulieren und entleeren. Überprüfen Sie daher die Haltung Ihres Babys bzw. lassen Sie diese durch Ihre Stillberaterin überprüfen.
  • Stillen Sie pro Brust mindestens 15 Minuten und bieten Sie bei jedem Stillen die linke und die rechte Brust an. Sobald Sie feststellen, dass Ihr Baby langsamer saugt und schluckt, sollten Sie Ihr Baby behutsam abnehmen und an der anderen Brust anlegen.
  • Ruhen Sie sich genügend aus. Ein paar Tage Ruhe, an denen Sie nichts anderes tun, als sich auszuruhen und zu stillen, können sehr hilfreich sein.
  • Vermeiden Sie jede Art von künstlichen Saugern. Ihr Baby sollte nur an der Brust saugen.
  • Wenn Sie einen zusätzlichen Sauger benötigen, verwenden Sie Calma. Verwenden Sie keinen herkömmlichen Sauger, da das Baby sonst ein neues Saugverhalten erlernen muss.
  • Möglicherweise ist es erforderlich, dass Sie zusätzlich Milch abpumpen. Bitten Sie Ihre Stillberaterin um Informationen zum Abpumpen der Milch oder Ausstreichen der Milch mit der Hand.
Zu viel Milch

Was tun bei zu viel Muttermilch?

Mütter, die zu viel Milch haben, leiden häufig unter vollen, geschwollenen Brüsten und verstopften Milchkanälen.

Die folgenden Tipps können Ihnen helfen, Ihre Milchbildung zu reduzieren:

  • Bieten Sie beim Stillen nur eine Brust an. Lassen Sie Ihr Baby so lange an dieser Brust stillen, wie es will. Um eine Brustdrüsenschwellung in der anderen Brust zu vermeiden, sollten Sie gerade so viel Milch abpumpen, bis der Druck erträglich ist. Tun Sie das jedoch nur, wenn es nötig ist, und pumpen Sie nur so viel Milch ab, bis Sie sich wieder wohlfühlen. Entleeren Sie die Brust nicht vollständig.
  • Legen Sie nach dem Stillen kalte Kompressen auf.
  • Trinken Sie Salbei-Tee. Salbei enthält eine natürliche Form von Östrogen und kann so die Milchproduktion reduzieren. Beginnen Sie mit einer halben Tasse und beobachten Sie, wie Ihr Körper darauf reagiert.
  • Pfefferminztee hat eine ähnliche Wirkung, die jedoch nicht so stark ist wie bei Salbei-Tee.

Es kann etwa neun bis zwölf Wochen dauern, bis sich Ihre Brüste angepasst haben und genau die richtige Menge an Milch produzieren. Ihre Stillberaterin bzw. Ihr Arzt helfen Ihnen jederzeit bei Ihren Fragen zur Milchbildung.

 

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